Nicolas Kremershof

planung smart gedacht – mehr zeit für das, was zählt

Nicolas Kremershof
planung smart gedacht – mehr zeit für das, was zählt

Im kleinen Lauterbach entstand eine Software, die den Arbeitsalltag erleichtert: Zisch. Die Idee kam auf einer Parkbank – mit Block, Stiften und der Frage, warum Unternehmen im Jahr 2023 noch mit Excel planen. Warum wertvolle Zeit verloren geht, obwohl die Welt schneller wird. Und warum niemand bisher eine Lösung geschaffen hat, die sich wirklich an die Bedürfnisse von Menschen anpasst.

Aus diesen Fragen wuchs eine Vision, die größer wurde als ihre beiden Gründer – Benjamin und Lennart.

Text: Florian Albinger
Bilder: Zisch
Datum: 18.12.2025

Was macht eure Software Zisch?

Zisch bringt Ordnung in alles, was Unternehmen bei der Planung beschäftigt. Die Software erstellt automatisch Dienstpläne, findet bei Ausfällen passende Ersatzkräfte und sorgt dafür, dass jede Schicht zuverlässig besetzt ist. All das passiert in einer All-in-One Lösung, die Planung, Kommunikation und Organisation an einem Ort vereint. 

Weil wir den Code selbst schreiben, können wir Zisch genau an die Abläufe eines Unternehmens anpassen: maßgeschneidert statt Standardlösung. So wird Schichtplanung einfacher, Schichtersatz schneller und der Alltag für alle entspannter.

Welches konkrete Problem seht ihr und wollt ihr lösen?

Planungschaos ist mehr als ein organisatorisches Problem – es ist ein gesellschaftliches.

Wir leben in einer Zeit, die schneller ist als jemals zuvor. Zeit wird zum wertvollsten Gut. Und trotzdem verschwenden unzählige Menschen jeden Tag Stunden mit Aufgaben, die längst nicht mehr von Menschen erledigt werden müssten.

Schichtleiter, Personalchefs, Führungskräfte, Mitarbeitende verlieren Zeit, Energie und Nerven. Nicht, weil sie schlecht planen, sondern weil die Werkzeuge schlecht sind.

Uns bewegt der Gedanke, dass Menschen ihre wenige Zeit auch noch verschwenden müssen, obwohl es schneller und einfacher gehen könnte. Diese Vorstellung treibt uns an. Sie macht uns manchmal wütend, aber vor allem entschlossen.

Warum habt ihr euch ausgerechnet hier im ländlichen Raum niedergelassen?

Die Antwort ist simpel.
Weil es unser Zuhause ist.

Wir mögen das, was viele übersehen würden: die Ruhe, die kleinen Wege, das Gefühl, alles Notwendige zu haben, ohne im Trubel einer Großstadt zu versinken. Und gleichzeitig merken wir jeden Tag, was hier fehlt. Innovation. Frischer Wind. Impulse, die junge Menschen motivieren, etwas zu erschaffen.

Wir kennen die Unternehmen hier. Wir kennen die Probleme. Wir kennen die Strukturen. Und vielleicht ist es genau das, was uns so nah an die Realität heranbringt. Wir bauen nichts Abgehobenes. Wir bauen etwas, das gebraucht wird.

 
 

Wie ging es euch in der Anfangszeit?

Wir hatten Rückschläge.
Wir hatten verrückte Blicke.
Wir hatten Situationen, in denen wir dachten, wir müssten nochmal von vorne anfangen.

Und gleichzeitig hatten wir etwas, das uns niemand nehmen konnte: einander.

Schon im Wirtschafts-Leistungskurs in der Schule haben wir lieber über die Zukunft und die Firma gesprochen, als über Unterrichtsinhalte. Wir bekamen dafür Ärger, aber vielleicht war das schon der erste Beweis, dass unsere Gedanken größer waren als der Raum, in dem wir saßen.

Der Moment, in dem uns klar wurde, dass wir das durchziehen, kam leise. Kein Feuerwerk, keine große Szene. Es war das Gefühl, das entsteht, wenn vier Menschen dieselbe Richtung sehen und keiner auch nur daran denkt umzukehren.

Hattet ihr nie Zweifel an eurer Idee?

Zweifel gab es, vor allem dann, wenn der Code sich anders verhielt, als er sollte. Aber aus jedem Rückschlag wurde ein neuer Anlauf, aus jeder Schwierigkeit ein Stück Weiterentwicklung. Aufgeben war nie eine echte Option.

 
 

Wie würdet ihr euer Team beschreiben?

Benjamin ist keiner, der nach Perfektion sucht, sondern jemand, der Systeme so lange verbessert, bis sie wirklich funktionieren. Jemand, der sofort auf Feedback reagiert, der nachts noch Fehler ausmerzt und morgens neue Funktionen testet.

Lennart ist der Visionär im Team. Einer, der schon das große Ganze sieht, wenn andere erst den ersten Schritt erkennen. Er ist derjenige, der Mut macht, wenn es schwierig wird, der immer eine Idee hat, die weiter reicht als das Problem vor ihm.

Christian bleibt auch in schwierigen Momenten ein Ruhepol und hat Orientierung. Bodenständig, gelassen, klar. Wenn es kompliziert wird, bringt er die ruhige Stimme ein, die sagt: Weiter geht’s. Eine Eigenschaft, die man im Gründungschaos nicht hoch genug schätzen kann.

Moritz bringt Stärke in Struktur, Klarheit und Konsequenz ein. Jemand, der tief denkt und schnell ins Handeln kommt, der Ziele ernst nimmt und Verantwortung übernimmt. Unaufgeregt, aber entschlossen. Mit dem Wunsch, etwas großes zu erschaffen und wirklich etwas zu bewirken.

Und wie geht es euch heute?

Heute stehen wir noch immer im ländlichen Hessen.
Im gleichen Umfeld, aber mit einer anderen Haltung.

Unser Büro in Lauterbach ist unser Zuhause im Alltag geworden. Der Ort, an dem Ideen entstehen, an dem gestritten, gelacht und programmiert wird. Der Ort, an dem wir merken, dass Kreativität nicht nur in Kunst steckt, sondern auch im Mut, Probleme neu zu denken.

Unsere Software ist ein Werkzeug.
Unsere Geschichte ist der Grund, warum sie existiert.

Wir wollen Unternehmen entlasten.
Wir wollen Digitalisierung wirklich zugänglich machen.
Wir wollen zeigen, dass Innovation nicht nur aus Berlin, München oder Hamburg kommen muss.

Sie kann auch hier entstehen.
Zwischen Hügeln, Kleinstadtstraßen und Menschen, die etwas verändern wollen.

Let’s create future together.