Take a seat

Take a seat

Text: Sabine-Lydia Schmidt
Foto: Thonet

Sie stehen in den besten Restaurants und angesagtesten Pop-Up-Stores von Hongkong bis Paris, im Musée d’Orsay, im Bundestag und im unternehmenseigenen Museum; über sie wurde in Büchern wie „Die Kulturgeschichte des Sitzens“ geschrieben, sie sind über 50 Mio. mal verkaufte Designklassiker und sie sind furchtbar bequem. 

Die Stühle von Thonet schrieben Designgeschichte und was wohl kaum jemand weiß: Der berühmte Wiener Kaffeehaus Stuhl, auch Nr.14 genannt, kommt aus Nordhessen und ebnete Thonet damals, 1859, den Weg zum Weltunternehmen. Der Bugholzstuhl steht bis heute stellvertretend für den Leitgedanken der Produktion von Thonet Möbel in Frankenberg: Die Unternehmenstradition und hohen Qualitätsansprüche in Verbindung mit Form, Funktion und Ästhetik zu bringen. 

Neuartige Technologien, industrielle Fertigung und die Möglichkeit die Stühle in ihre Einzelteile zu zerlegen, machten aus Nr. 14, der heutigen Nr. 214, eines der ersten Massenprodukte der Welt.

In den 1930er-Jahren war das Unternehmen außerdem weltweit größter Produzent der damals neuartigen Stahlrohrmöbel – das zweite wichtige Material, das von Thonet genutzt wird - die von berühmten Architekten wie Mart Stam, Ludwig Mies van der Rohe, Marcel Breuer und Le Corbusier entworfen wurden. Ihre klare, offene und schlichte Form war Ausdruck einer neuen Haltung in Alltagskultur und Architektur, die unter dem Stichwort „Neue Sachlichkeit“ bekannt wurde. Die bedeutendste „Erfindung“ der Zeit war in diesem Zusammenhang der Freischwinger, der hinterbeinlose federnde Kragstuhl, der heute zu den wichtigsten Design-Innovationen des 20. Jahrhunderts zählt.

Für ihre Entwürfe, sucht Thonet immer wieder die Zusammenarbeit mit herausragenden Designern: Egon Eiermann, Verner Panton, Lord Norman Foster, Piero Lissoni, Stefan Diez, Hadi Teherani, um nur ein paar zu nennen. Aber auch das werkseigene Design Team steuert regelmäßig neue Entwürfe zum vielseitigen Produktportfolio bei. 

Bestaunen kann man alle Produkte und die Werksgeschichte mit allerhand Skizzen und Prototypen im Thonet Museum am Firmensitz und Produktionsstandort nahe des Edersees. Erweitert wurde das Museum um „Thonet Living“, einen Showroom im historischen Fachwerkhaus von 1889, dem ehemaligen Elternhaus der Brüder Claus, Peter und Philipp Thonet. 

Im September eröffnete Thonet außerdem eine Concept Gallery in Frankfurt. Auf 370 m² zeigt das international renommierte Traditionsunternehmen aus Hessen jetzt im Turmcarrée ein breites Spektrum seiner Möbel aus den Bereichen Wohnen und Arbeiten.

THONET – Der Film

 


Looks like Hessen, Moves like Hessen, Sounds like Hessen von Thonet: