Roll Over Hanau

Roll Over Hanau

Eine Open-Air-Bar am Mainufer, ein Pop-up-Club in einer leerstehenden Bücherei, Partys, Restaurants, Street-Food-Events: Khosrau „Rocky“ Musleh wirbelt mit seinen Projekten das südosthessische Hanau durcheinander.

Text: Alexander Jürgs

„Es geht um Heimatliebe“, sagt Khosrau „Rocky“ Musleh, „es geht darum, in der eigenen Stadt etwas zu bewegen.“ Damit hat er früh angefangen. Als Musleh im südosthessischen Gelnhausen gemeinsam mit einigen Freunden die erste Ausgabe des Festivals „Homerun“ auf die Beine stellte, da war er gerade einmal volljährig. Im vergangenen Jahr feierte das Elektronik-Festival bereits sein zehntes Jubiläum, gerade stecken die Macher mitten im Booking für die elfte Ausgabe. Der Ort des Open-Air-Festivals ist das frühere Baseballfeld einer Kaserne, in der amerikanische Soldaten stationiert waren. Das ist typisch für Musleh. Der Veranstalter und Gastronom liebt das Außergewöhnliche. Seine Läden, seine Partys und Veranstaltungen sind immer etwas Besonderes.

Genauso bemerkenswert ist, wie viele Projekte Musleh parallel verfolgt. Seine Homebase ist schon seit einigen Jahren Hanau. 2012 hat er dort das Restaurant „Der Laden“ eröffnet, wenig später kam der Pop-up-Biergarten „Main Laden“ am Großauheimer Mainufer dazu – eine Bar am Wasser, ein Ort zum Chillen. „Da gibt es den schönsten Sonnenuntergang der Stadt“, sagt der 31-Jährige. Er hat hier außerdem Open-Air-Partys an einem verwunschenen See, ein Street-Food-Festival und die Veranstaltungsreihe „Wein & Jazz“ organisiert. 

Im Februar 2016 eröffnete er dann, mit seinem Partner Stefano Filippelli, in der Hanauer Altstadt das Restaurant „Goldmarie“, demnächst soll im Nachbarhaus ein Eisladen dazukommen. Und in der alten Hanauer Stadtbücherei betreibt Musleh obendrein noch einen Pop-up-Club: die „Library Hanau“. Dort gibt es nicht nur HipHop- und Elektronächte mit renommierten DJs, sondern auch Filmabende und Diskussionen. Ach ja, einen eigenen Hanauer Gin will Musleh bald auch noch unters Volk bringen. Dafür arbeitet er mit dem Edelbrenner Arno Dirker aus Mömbris zusammen. Das ist aus historischer Sicht durchaus schlüssig: Denn der Erfinder des Gin-Vorläufers Genever, der Mediziner Francois de la Boe, war gebürtiger Hanauer. Muslehs Firma heißt Loumou Events, sie ist das Dach für all die verschiedenen Projekte.

„Hanau hat sich unglaublich gut entwickelt und wird auch weiter wachsen“, sagt Musleh. Beim gemeinsamen Stadtrundgang gibt es dann auch einige spektakuläre Neubauten und viele mit Detailliebe restaurierten Baubestand zu begutachten. „Viele Familien zieht es in die Stadt, viele Freunde sind aus Frankfurt hierher gezogen“, erzählt Musleh. Er selbst kam mit seiner Familie als Vierjähriger aus Afghanistan nach Deutschland. Nach zwei Jahren in Leipzig ging die Familie nach Gelnhausen. Von dort war es schließlich nicht mehr weit bis nach Hanau, wo Musleh auch einige Jahre für das Veranstaltungszentrum „Culture Club“ arbeitete. Seinen Spitznamen trägt er seit der Schulzeit. Weil seine Freunde Probleme hatten, den afghanischen Namen Khosrau auszusprechen, tauften sie ihn kurzer Hand Rocky. „Den Namen werden ich wohl nie mehr los“, sagt Musleh – und lacht. 

 

Der Laden, Salzstraße 23, www.derladen-hanau.de

Main Laden, Leinpfad, www.facebook.com/MainLaden

Goldmarie, Altstädter Markt 3-5, www.goldmarie-hanau.de

Library Hanau, Schloßplatz 1, www.facebook.com/LibraryHanau

Homerun-Festival: www.facebook.com/HomerunOpenAir


Lieblingsorte von Khosrau „Rocky“ Musleh mit…

…Kollegen: Auf der Dachterrasse über dem „Laden“ BBQ grillen und die Eintracht Frankfurt anfeuern 

…Freunden: Am „Main Laden“ mit den Jungs an der Mini-Tischtennisplatte zocken

…Familie: Entlang des grünen Rings um Hanau wandern, Bootstour auf dem Main, Brüder-Grimm Festspiele Hanau

…Geschäftspartnern: „Sushimoto“ in Frankfurt

…Touristen: Ein Rundgang durch Hanau – um die Entwicklung der Stadt zu präsentieren


Looks like Hessen, Moves like Hessen, Sounds like Hessen von Khosrau „Rocky“ Musleh

www.facebook.com/MainLaden

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